Feierliche Schuleinweihung – vom Bestandsgebäude zum neuen Lern- und Lebensraum 


Die Johann Hinrich Wichern Schule wurde am 10.09.2026 an ihrem neuen Standort in der Liliy-Braun-Straße 4b in Wehlheiden feierlich eingeweiht.

Ein neues Schulgebäude, neue Räume und eine neue Lerndimension: Mit der offiziellen Einweihung unseres neuen Schulstandorts beginnt für unsere Schule ein besonderer Abschnitt. In den Sommerferien sind wir in ein vollständig saniertes Gebäude eingezogen. Aus rund 1.000 Quadratmetern wurden rund 3.000 Quadratmeter – und aus einem Gebäude mit bewegter Vergangenheit ein moderner Lern- und Lebensraum für rund 230 Schülerinnen und Schüler.

Das Gebäude, in dem seit dem neuen Schuljahr unsere Schülerinnen und Schüler lernen, hat eine lange Geschichte. Ursprünglich als Husarenkaserne genutzt, war es später Bestandteil eines Schulungszentrums der Deutschen Bahn. Noch während der Entstehungsphase konnte man sich kaum vorstellen, was hier einmal entstehen würde: Bei der ersten Begehung standen noch teils voll möblierte Räume, darunter Schlafräume und Kantine.

Auch für den Bauunternehmer Michael Kopeinigg von new.space, unserem Vermieter und Eigentümer des Gebäudes, war von Anfang an klar: Der Weg zu einer Nutzung als Schule würde nicht einfach werden. Herr Kopeinigg und Sascha Mackenroth, Schulleiter der JHWS, betonten bei der Einweihung gleichermaßen, wie viele Planungs- und auch Krisensitzungen notwendig waren, um den Standort tatsächlich als Schule zu erschließen. Immer wieder mussten Lösungen gefunden, Pläne verändert und neue Wege gesucht werden.

Heute ist sichtbar, was aus dieser gemeinsamen Arbeit entstanden ist: Aus einem ehemaligen Kasernen- und Schulungsgebäude wurde ein innovatives Schulgebäude, das ganz auf die pädagogischen Ziele unserer Schule ausgerichtet ist.

3.000 Quadratmeter für neue Lernwege

Mit dem Umzug hat sich unsere Schulfläche rund verdreifacht. Doch es geht nicht nur um mehr Quadratmeter. Es geht um mehr Möglichkeiten. Freies und selbstgesteuertes Lernen sowie Projektlernen sind zentrale Bestandteile unseres Schulkonzepts. Dafür braucht es Räume, die diese Formen des Lernens ermöglichen und unterstützen.
Die neuen Lernbereiche bieten Möglichkeiten für individuelles Arbeiten, Zusammenarbeit, Austausch und Rückzug. Sie geben Schülerinnen und Schülern Raum, ihren Lernprozess zunehmend selbst zu gestalten, Verantwortung zu übernehmen und eigene Lernwege zu gehen.

Unsere pädagogische Leitung Pia Fest brachte diesen Gedanken bei der Einweihung auf den Punkt: Selbstständigkeit und Verantwortungsübernahme sind wichtige Lernziele. Gute Räume können diesen Prozess unterstützen – nun kommt es darauf an, diese Räume mit einer guten Lernkultur zu füllen. Genau darin liegt die nächste Aufgabe: Das Gebäude ist fertig. Jetzt beginnt das eigentliche Ankommen und mit ihm die gemeinsame Gestaltung unseres neuen Lernortes.
Dabei soll die neue Schule nicht nur ein Lernraum, sondern ausdrücklich auch ein Lebensraum sein.

Eine Cafeteria schafft einen Ort für Begegnung und gemeinsames Essen. Der Multifunktionsraum bietet Möglichkeiten für Bewegung, Veranstaltungen und gemeinschaftliche Aktivitäten. Flexible Bereiche laden zum Austausch und Zusammensein ein. Denn Schülerinnen und Schüler verbringen einen großen Teil ihres Tages in der Schule. Sie sollen hier nicht nur lernen, sondern sich begegnen, Verantwortung übernehmen, Gemeinschaft erfahren und sich als Teil unserer Schule zu Hause fühlen.

Auch außerhalb des Gebäudes eröffnen sich neue Möglichkeiten. Die unmittelbare Nähe zum Park Schönfeld und die gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr machen den Stadtteil selbst zu einem Teil unseres Lernraums. Lernen findet nicht nur im Klassenzimmer statt. Es kann im Park, im Stadtteil, unterwegs und an außerschulischen Lernorten stattfinden.

Dass für unsere Schule kein Neubau auf einer neu versiegelten Fläche entstanden ist, sondern ein bestehendes Gebäude weitergenutzt und umfassend saniert wurde, ist dabei ein wichtiger Bestandteil unseres Nachhaltigkeitsverständnisses. Bauen im Bestand bedeutet, Vorhandenes nicht einfach abzureißen, sondern Potenziale zu erkennen und weiterzuentwickeln. Genau das ist hier geschehen. Ein Gebäude mit Geschichte wurde nicht ersetzt, sondern für eine neue Zukunft geöffnet.
Und auch beim Lernen spielt Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle: Schülerinnen und Schüler sollen lernen, selbstständig zu denken, Verantwortung zu übernehmen, Zusammenhänge zu erkennen und ihre Lebenswelt aktiv mitzugestalten – sich als selbstwirksam erleben. So treffen sich im neuen Schulgebäude zwei Gedanken, die für unsere Schule wesentlich sind: nachhaltiges Bauen und nachhaltiges Lernen.

„Jetzt liegt es an euch“

Die Gäste der Einweihungsfeier gaben unserer Schule viele gute Wünsche für die Zukunft mit auf den Weg.  

Die Stadträtin Häuser-Domes erinnerte in ihrem Grußwort an die Geschichte des Christlichen Schulvereins: von den kleinen Anfängen mit nur einer Klasse in der Mönchebergstraße bis zur heutigen zweizügigen Realschule. Die Schule sei inzwischen eine feste Größe in der Kasseler Schullandschaft und bereichere diese mit ihrem besonderen Profil. 

Herr Nitsch vom Ortsbeirat hieß die Schule im Stadtteil herzlich willkommen und bot seine Unterstützung für Anliegen an – auf eine gute Zusammenarbeit.
Herr Imhoff vom Staatlichen Schulamt richtete den Blick nach vorne. Nun liege es vor allem an den Schülerinnen und Schülern, die neuen Räume zu ihren eigenen zu machen und mit Leben zu füllen. Gleichzeitig verband er damit den Wunsch, dass die Räume lange erhalten bleiben und von allen entsprechend wertgeschätzt und behandelt werden. 

Aus der Kasseler Schullandschaft überbrachten Herr Prinz vom Engelsburggymnasium und Fr. Schmücker von der Freien Waldorfschule Ihr Grußwort und Glückwünsche.

Auch die christliche Ausrichtung unserer Schule nahm in den Grußworten einen wichtigen Platz ein. So betonten die Grundschulleiterin der Wichernschule, Schulgründungsmitglied Hartmut Müller, der stellv. Dekan Hr. Hering, Pastor Gideon vom Jesus Centrum Kassel, Hr. Eberlein vom Deutschen EC-Verband und Hr. Geiger vom VEBS dass Gott und das Gebet zur Mitte unseres Schullebens gehören. Die Beziehung zu Gott soll nicht nur ein Gedanke im Schulkonzept sein, sondern im Alltag erfahrbar werden – als Einladung zu einem Leben mit Gott. Damit wurde deutlich: Auch wenn sich Räume und Lernformen verändern, bleibt das Fundament unserer Schule bestehen.

Ankommen und Zukunft gestalten

Am Ende der Einweihungsfeier war es an Katrin Götte, der 1. Vorsitzenden des Christlichen Schulvereins, allen zu danken, die an der Entstehung dieses besonderen Ortes beteiligt waren. Ihr Dank galt den vielen Menschen, die geplant, gebaut, organisiert, mitgedacht, Probleme gelöst und auch in schwierigen Phasen nicht aufgegeben haben.

Und dann durfte etwas geschehen, das nach Jahren und Monaten der Planung, der Baustelle, des Umzugs und des Einräumens längst überfällig war: Wir durften ankommen und gemeinsam feiern. Denn eine Schule entsteht nicht allein durch Wände, Türen und Möbel. Sie entsteht durch die Menschen, die diese Räume mit Leben füllen.

Wir freuen uns darauf, diesen Ort nun gemeinsam mit unseren Schülerinnen und Schülern, unserem Kollegium und unseren Familien mit Leben zu füllen. Und wir sind gespannt auf alles, was hier in den kommenden Jahren entstehen wird.