Wir dürfen nicht vergessen! 


   

Wir dürfen nicht vergessen! 

Erst kürzlich jährte sich die Befreiung des KZ Buchenwald zum 81. Mal. Für unsere Schülerinnen und Schüler liegt dies natürlich weit in der Vergangenheit, doch war ihnen allen klar: Wir dürfen nicht vergessen! 

Aus diesem Grund haben die 9. Klassen und der Jahrgang 10 beschlossen, eine Exkursion nach Buchenwald zu machen. Da der Tag sowohl bei unserer Schülerschaft als auch bei unseren Lehrkräften einem bleibenden Eindruck hinterlassen hat, beschreiben die folgenden Texte die Erlebnisse des Tagesausflugs auf eindrückliche und persönliche Art und Weise: 

Aus Sicht der Klassenlehrerin der 9b – Frau Risch: 

Die Gedenkstätte des Konzentrationslagers in der Nähe von Weimar lässt sich gut mit dem Bus erreichen, sodass sich für das sensible Thema ein Tagesausflug anbietet. 

Bereits im Vorfeld wurde die Ernsthaftigkeit des Themas deutlich, und man merkte, dass die Lernenden mit einem Mix aus Unsicherheit und Neugier auf den Ausflug blickten: „Was erwartet uns?, „Was ist dort genau passiert?
Es zeigte uns allen, wie wichtig es ist, die Zeit des Nationalsozialismus zu thematisieren und einen sicheren Raum für Fragen zu bieten. Die 10. Klasse beschäftigte sich bereits im letzten Schuljahr mit dem Tagebuch der Anne Frank, wodurch bereits viel Vorwissen vorhanden war. Aktuell beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler im Geschichtsunterricht mit den historischen Hintergründen. 

Doch auch wenn der Geschichtsunterricht den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust erst in Klasse 10 vorsieht, sind wir als Schule natürlich darauf bedacht, die Jugendlichen frühzeitig zu sensibilisieren. Die Klasse 9a hat bereits den Roman „Damals war es Friedrich“ gelesen, in dem es um eine Freundschaft zwischen einem jüdischen und einem nichtjüdischen Jungen geht. Die Klasse 9b wird im Anschluss an die Exkursion den Roman „Die Welle“ lesen, um ihr Wissen auch im Unterricht anzuwenden. 

Der Ausflug erfüllte uns Lehrkräfte, die sich im Vorhinein natürlich Gedanken gemacht hatten – Wie nehmen die Kinder den Ort wahr? Welche Fragen oder Emotionen kommen auf? – mit Stolz. Die Schülerinnen und Schüler sind der Gedenkstätte mit der nötigen Sensibilität und Achtsamkeit begegnet, und anhand ihrer Fragen wurde deutlich, dass ihre Köpfe einiges zu verarbeiten hatten, aber auch verarbeiten wollten. Sie unterstützten sich gegenseitig, auch klassenübergreifend, und waren trotz der langen Laufwege motiviert, das Gelände zu erkunden. 

Im Nachgang sind die Jugendlichen nochmals ins Gespräch gekommen, und es wurde deutlich, dass eine solche Exkursion nicht nur Fragen beantwortet, sondern vor allem Fragen aufwirft, an denen nun weitergearbeitet werden soll: „Wer kam warum ins KZ?, „Kamen Menschen auch wieder frei?, „Warum wurden Inhaftierte unterschiedlich behandelt?“ Damit uns allen klar ist und bleibt: Auch nach 81 Jahren ist das Thema für uns nicht greifbar und nicht zu verstehen. Doch der JHWS ist klar: Wir dürfen nicht vergessen! 

 

Und aus Sicht der Schülerin Jessy aus der 9a: 

Los ging es morgens an den Giesewiesen. Da wir so viele Leute waren, kam ein großer Doppeldecker Bus, was für uns das erste Highlight war. Wer oben ganz vorne sitzen durfte, hatte eine besonders gute Aussicht.   

Die Fahrt von Kassel bis nach Weimar dauerte ungefähr zwei Stunden. Während wir auf der Hinfahrt noch viel gelacht und Musik gehört haben, wurde es kurz vor der Ankunft immer ruhiger im Bus. Man konnte spüren, dass alle Respekt vor dem hatten, was uns dort erwarten würde.  

 

Der erste Eindruck vor Ort 

Als wir aus dem Bus gestiegen sind, war es unheimlich windig und kühl - passend zur Stimmung und Atmosphäre des Ortes. Zum Einstieg schauten wir gemeinsam einen Film über Buchenwald. Danach wurden wir in Gruppen über das Gelände geführt und durften uns vieles ansehen. Besonders beklemmend war das Gefühl, durch das bekannte Lagertor mit der Aufschrift „Jedem das Seine“ zu gehen. Denn mit dem Wissen, was dort passiert ist, wirkt dieser Satz einfach nur grausam.  

Danach liefen wir über den riesigen Appellplatz, wo früher die Häftlinge stundenlang stehen mussten, egal wie kalt und stürmisch es war. Auch das Krematorium und die Ausstellungen haben wir besucht. Dort konnten wir viele persönliche Gegenstände sehen, wie beispielsweise alte Schuhe, Koffer oder Briefe der Inhaftierten. Dadurch wirkte das Geschehene viel „echter“ und unser theoretisches Vorwissen viel nahbarer, denn man konnte sehen, dass dort Menschen wie du und ich leben mussten.   

Was wir mitnehmen 

Nach ein paar Stunden auf dem Gelände haben wir uns wieder auf den Heimweg gemacht. Die zwei Stunden Rückfahrt nach Kassel waren ganz anders als unsere Hinfahrt. Viele von uns waren ganz still und haben kaum etwas gesagt. Wir alle mussten das Gesehene erst einmal verarbeiten und waren unheimlich erschöpft.  

Ich spreche daher sicherlich für alle, wenn ich sage, dass uns dieser Besuch die Augen geöffnet hat. Es ist ein beklemmendes Gefühl zu wissen, was an einem solchen Ort geschehen ist – Umso wichtiger ist es, dass wir gemeinsam dort waren. Im Nachhinein schätzt man seine eigene Freiheit viel mehr und vergisst sicherlich niemals, was dort geschehen ist.  

Es war ein anstrengender, aber sehr wichtiger Tag für unsere Klassen. 

Der Start in das Berufsleben  – Betriebspraktikum Jhg. 9


Ob Automechaniker, Sozialarbeiterin, Einzelhändler oder Ärztin … Die Interessen der Klassen 9a und b sind vielfältig. Da der Schulabschluss und damit die Entscheidung wie der Lebensunterhalt verdient werden soll, näherrückt, haben unsere Schülerinnen und Schüler ein dreiwöchiges Betriebspraktikum absolviert. Einige Erfahrungen teilen sie mit uns in den kommenden Zeilen.  

 „Ich fand das Betriebspraktikum gut, ich habe viel gelernt“, berichtet Lena, eine Schülerin aus der 9b, die ihr Betriebspraktikum im Medienzentrum Nordhessen absolviert hat. Gemeinsam mit einer Klassenkameradin konnte Lena an verschiedenen Projekten teilhaben und spannende Einblicke in das Berufsleben gewinnen. Dazu gehörte unter anderem ein Interview mit unseren Schulleiter Herrn Mackenroth und das Filmen, Schneiden und Redigieren eines Berichts über den Umzug unserer Schule. Unheimlich viele Aufgaben,  die herausfordernd und gewinnbringend zugleich waren. Kein Wunder daher, dass die Schülerin zugibt: „Die Arbeitszeiten waren teilweise echt lang, ich hatte aber Spaß.“ Ja, ein solcher Arbeitstag kann durchaus lang und anstrengend werden. Allerdings müssen sich Berufseinsteigende auch zunächst an den neuen Arbeitsalltag gewöhnen, welcher einen großen Kontrast zum gewohnten Schulalltag  darstellt.  

Ebenfalls ein voller Erfolg war das Praktikum einer Schülerin, die sich für einen Platz in der Kirchengemeinde Kaufungen entschieden hat. Dort durfte sie eigenständig Jugendgruppen und Kindergottesdienste leiten – ganz schön viel Verantwortung für die junge Schülerin. Jedoch zahlte sich das Vertrauen aus: „Das Betriebspraktikum hat mir Spaß gemacht und ich engagier mich jetzt auch noch weiterhin in der Gemeinde.“ 

 Auch im Einzelhandel sahen sich unsere Schülerinnen und Schüler mit vielen Herausforderungen konfrontiert. Jedoch reflektiert eine Schülerin, die ihr Praktikum in der Buchhandlung Thalia gemacht hat: „Meiner Meinung nach war das Betriebspraktikum sehr schön, ich habe viele neue Sachen gelernt und konnte aus Fehlern lernen“. 

 Ein besonders außergewöhnliches Praktikum verbrachte ein weiterer Schüler bei einem Kasseler Event- und Medientechnik-Unternehmen. Das ihm bislang unbekannte Berufsfeld war so vielseitig und spannend, dass er gerne noch länger dort geblieben wäre: „Das Praktikum war zum Teil zu kurz, da ich mich noch nicht richtig einarbeiten konnte“, berichtet er im Nachhinein. 

Viel Erfolg!


Wir wünschen unserem Abschlussjahrgang viel Erfolg und Gottes Kraft und Frieden für die Abschlussprüfungen, die in dieser Woche geschrieben werden.

Sozialpraktikum – Lernen durch Mitmachen 


Für zwei Wochen haben die Schülerinnen und Schüler unserer 8. Klassen ihr Klassenzimmer gegen ganz unterschiedliche soziale Einrichtungen eingetauscht. Im Rahmen des Sozialpraktikums erhielten sie die Möglichkeit, soziale Berufsfelder kennenzulernen und Erfahrungen außerhalb des Schulalltags zu sammeln. 

Die Jugendlichen waren unter anderem in Kindergärten, sozialen Diensten, Seniorenheimen, sowie in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung oder auch in der Bahnhofsmission eingesetzt. Dort unterstützten sie das Fachpersonal, halfen im Alltag mit und bekamen einen Einblick in die vielfältigen Aufgaben sozialer Arbeit. 

„Man braucht vor allem Geduld und die Gabe gut zuzuhören. Außerdem muss man es auch fertig bringen größere und kleinere Probleme zu lösen.“ 

Viele Schülerinnen und Schüler erlebten, wie wichtig Geduld, Zuverlässigkeit und ein respektvoller Umgang miteinander sind. Gerade der direkte Kontakt mit fremden Menschen stellte für einige eine neue Herausforderung dar – und zugleich eine bereichernde Erfahrung. 

„Um gut mit Menschen zu arbeiten, braucht man gute Kommunikation.“ 

Als christliche Schule ist es uns wichtig, jungen Menschen Werte wie Verantwortung, Mitgefühl und Nächstenliebe nicht nur theoretisch zu vermitteln, sondern im Alltag erfahrbar zu machen. Das Sozialpraktikum bot hierfür einen passenden Rahmen und lud dazu ein, bewusst hinzuschauen und füreinander da zu sein. 

„Man braucht Empathie, Mitgefühl und muss einfach für die Menschen da sein! Mit ihnen arbeiten und nicht aneinander vorbei leben.“ 

Für viele war das Praktikum nicht nur eine Abwechslung vom Schulalltag, sondern auch eine wertvolle Orientierung für die eigene Zukunft. Gleichzeitig wurde der Blick für gesellschaftliche Verantwortung geschärft. 

„Ich habe gelernt, dass es anderen Menschen nicht so gut geht wie mir.“ 

“Wenn niemand im sozialen Bereich arbeiten würde‘ wären die meisten Menschen aufgeschmissen“ 

Wir danken allen Einrichtungen herzlich, die unsere Schülerinnen und Schüler während des Sozialpraktikums begleitet und unterstützt haben.