Bunte Projektvielfalt am Wicherntag – von Theater bis Podcast 


Der 19. November ist an unserer Schule bekannt als “Wicherntag” und das schon seit etlichen Jahren (siehe unten). Er hat sich mittlerweile zu einem vielfältigen Projekttag entwickelt, bei dem für jede und jeden etwas dabei ist. In diesem Jahr gab es eine große Bandbreite von Angeboten des kreativen Gestaltens: Kerzengießen, Basteln mit Holz, Papier und Ton, Filzen, Stricken, Buchstaben entwerfen im Graffiti Style, Papierschöpfen und Töpfern standen zur Auswahl. Viele wunderschöne Kunstwerke sind dabei entstanden. 

Schülerinnen und Schüler, die lieber mit Kopf und Mund als mit den Händen arbeiten, konnten sich in einer Gesprächsrunde mit Herrn Baak und Herrn Theiß intensiv mit Zweifeln und Widersprüchen des Glaubens beschäftigen oder beim Radio, nach eigenem Entwurf einen Podcast aufnehmen, was sehr aufregend, jedoch auch deutlich zeit- und arbeitsintensiver war, als manche es erwartet hatten. 

Ein weiteres tiefgründiges Projekt war die Exkursion ins Sara-Nussbaum-Zentrum, um das jüdische Leben in Kassel zu erkunden. Viel Interesse und auch Betroffenheit bei den Schülerinnen und Schülern wurde deutlich. Sie waren empört darüber, dass auch heute der Hass gegen Juden so gegenwärtig ist, dass ein Schulklassenbesuch in der Synagoge nur mit Polizeigeleit möglich ist. 

Und dann war da noch die Theaterwerkstatt: es ging hoch her – engagiert und lustig, spannend und makaber und immer sehr spontan. Mit kleinen Übungen und dem Blinzelmörder-Spiel wurde sich aufgelockert. Körper, Stimme, Wahrnehmung, alles wurde geschult. Wer hätte vorher gedacht, dass man in einer Reihe von Menschen genau den Richtigen zum Umdrehen bringen kann – nur durch ein klares, zielgerichtetes „Hallo“? Unser externer Theaterpädagoge Stefan öffnete so manche Tür – im übertragenen Sinne, aber auch im pantomimischen. Es war beeindruckend, wie die Teilnehmenden aus sich herauskamen, einfallsreich improvisierten und immer wieder neue Herausforderungen annahmen. Zum Vorschein kamen dabei viel Spielfreude und so manches Schauspieltalent. 

Hintergrund: 

Der Wicherntag entstand aus der Idee, dem Buß- und Bettag eine besondere Bedeutung zu verleihen und sich gleichzeitig mit unserem Namensgeber “Johann Hinrich Wichern” zu beschäftigen. So gab es in der Anfangszeit des Wicherntags  z.B. ein Puppentheater zur Geschichte von Wicherns Rauhem Haus in Hamburg, das Herstellen von Adventskränzen in Anlehnung an Wicherns Erfindung des Adventskranzes und Projekte mit Blick auf Wicherns soziales Engagement im Licht der Nächstenliebe.